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Stahl & Papier

Wer sucht schon auf stillgelegten Bahngleisen nach Engeln? Schienen, Schwellennägel, Dampflok und alte Bleche - das sind die Materialien mit denen Agnes Immelmann zusammen mit Papier, Holz und Silikon ihre einzigartigen Objekte und Bilder entstehen lässt.

Die Materialien haben schon eine ausgefüllte und bewegte Vergangenheit erlebt oder sogar mehrere: wie dieser Engelsflügel, der von dem Vorderteil des Kessels einer alten Dampflok stammt

Agnes Immelmann fand den Kessel an einer Wassermühle. Der Müller hatte nach dem Krieg in Ermangelung eines Getreidesilos einfach den Kessel der zerschossenen Lok aufrecht gestellt, um das Getreide aufzubewahren. Bis in den 90er Jahren die Mühle ein modernes Silo bekam, tat er seinen Dienst. ob das Engeldasein das Ende seiner Geschichte ist?

Andere Eisenteile kauft Agnes Immelmann auf dem Schrottplatz und findet sie auf Streifzügen zum Beispiel durch Häfen. Deren Geschichten kann man aus der ursprünglichen Funktion erahnen. Allein durch ihr Alter und langen Gebrauch haben sie oft einen ganz individuellen Ausdruck erhalten - fast einen Charakter. Durch die Kombination mit gegensätzlichen Materialien wie Papier oder Silicon wird dieser Charakter noch herausgehoben, die ursprüngliche Funktion weiter abgelegt, ein ganz neues Wesen entsteht.....

„Oft haben diese weggeworfenen Teile so eine unglaubliche Schönheit und Lebendigkeit in ihrer Farbigkeit, ihrer Textur und Form, dass ich manchmal glaube, man braucht nichts neues Schönes zu erfinden, es gibt schon alles, wir müssen es nur sichtbar machen und / oder lernen es zu sehen“

Dieses Sichtbarmachen geschieht z.B. durch Herausnehmen aus dem gewohnten Umfeld. Das Sehen lernen wird durch das Aufwerfen von Fragen gefordert. Dies erzielt die Künstlerin durch Polaritäten in ihren Objekten wie hart- weich, transparent- massiv, stark- schwach, schwer- leicht....

und eben durch Engel von Bahngleisen.